Der Verbrennungssektor in der Schweiz; Lagebericht und Herausforderungen für die Zukunft

Dieser Artikel soll einen Überblick über die Wertschöpfungskette von verbrennbarem Abfall in der gesamten Schweiz geben. Er knüpft an den kürzlich erschienenen Artikel "Was passiert mit Ihrem Abfall nach der Sammlung?" an, um sich näher mit einem der Endbestimmungsorte unserer Abfälle, den Verbrennungsanlagen (KVA) zu beschäftigen. Neben einer Bestandsaufnahme der in der Schweiz verfügbaren Anlagen versuchen wir in diesem Artikel, die zukünftigen Herausforderungen im Zusammenhang mit diesem Sektor zu beleuchten, insbesondere im Zusammenhang mit dem Standort und der Kapazität der Anlagen, aber auch mit der gesamten vorgelagerten Logistikkette.


Lagebericht über die KVA in der Schweiz

Derzeit zählen wir 30 Müllverbrennungsanlagen in der Schweiz, die über das ganze Land verteilt sind. Für die genauen Standorte bietet Ihnen opendata.swiss Zugang zu sämtlichen Lokalisierungen.

Die jeweiligen Kapazitäten pro Anlage reichen von 30'000 bis 230'000 Tonnen verbrennbarem Abfall pro Jahr, was eine Gesamtmenge von rund 4 Millionen Tonnen pro Jahr in der ganzen Schweiz ergibt. Diese Zahl beinhaltet auch ausländische Abfälle, die importiert und in der Schweiz verbrannt werden.

Eine Anaylse der Abfallströme in der Schweiz, das von Sofies im Auftrag des BAFU im Rahmen des Berichts "Ökoeffizienz-Strategie für den Abfallverbrennungssektor in der Schweiz" erstellt wurde, verdeutlicht die Bedeutung von verbrennbarem Abfall und seinen Strömen innerhalb der gesamten Abfallwertschöpfungskette.

Welche Abfälle sind brennbar?

Bei den Abfällen, die in den KVAs verbrannt werden, lassen sich drei Hauptgruppen unterscheiden.

Hausmüll, der größtenteils aus alltäglichen Abfällen besteht, die in Haushalten anfallen (Plastik, Lebensmittelverpackungen, Papierhandtücher usw.) und nicht wiederverwertet werden können.

Sperrmüll hingegen ist jeglicher nicht recycelbarer Müll, der aufgrund seiner Größe nicht in den Hausmüll gegeben werden kann. Sperrmüll kann aus einer Vielzahl von Materialien bestehen, z. B. aus Möbeln, Teppichen, Matratzen, Accessoires oder Sportgeräten.

Schließlich wird auch behandeltes Holz verbrannt. Behandeltes Holz kann nicht recycelt werden und bei unsachgemäßer Verbrennung können schädliche Chemikalien freigesetzt werden. Daher muss dieses Holz in KVAs mit entsprechenden Filtern verbrannt werden. Um mehr über die Entsorgung von behandeltem Holz zu erfahren, können Sie auch unseren Artikel "Terrassenrenovierung - Wie wird man sein altes Holz los?" lesen.

Wie wird unser Sperrmüll behandelt?

Im Gegensatz zum Hausmüll muss Sperrmüll vor der Verbrennung zerkleinert und sortiert werden. Diese beiden Schritte sollen das Abfallvolumen reduzieren und das Aussortieren von nicht brennbaren oder wiederverwertbaren Materialien erleichtern. Diese Prozesse erfordern jedoch teure Anlagen und eine sorgfältige Organisation. Außerdem berechnen die Müllverbrennungsanlagen unterschiedliche Tarife für Sperrmüll mit und ohne Zerkleinerung. So verlangt beispielsweise SAIDEF in Freiburg einen Aufpreis von 40 CHF pro Tonne.

Um die Kosten zu senken und eine qualitativ hochwertige Sortierung zur Wiederverwertung von recycelbaren Materialien zu gewährleisten, ist es daher wichtig, Sperrmüll an der Quelle zu zerlegen und die Abfälle nach ihrer Art zu sortieren.

Verwertung der Energie, die bei der Verbrennung entsteht

Bei der Verbrennung wird Wärme erzeugt. Die Wärme wird entweder direkt über Fernwärmenetze verteilt oder zur Erzeugung von Strom genutzt und in das öffentliche Netz eingespeist. Diese Energiemengen steigen stetig an. Laut BFE, produzierten die Schweizer Müllverbrennungsanlagen im Jahr 2017 insgesamt 4036 GWh Wärme und 2338 GWh Strom. Diese Zahlen entsprechen etwa 2,5% der Deckung des gesamten Energiebedarfs in der Schweiz und fast 4% der nationalen Stromerzeugung.

Zukünftige Herausforderungen für die Steigerung der Ökoeffizienz der Verbrennungskette

Neben den eher institutionellen Herausforderungen, die direkt mit den Kraftwerken selbst verbunden sind, nämlich die Optimierung der energetischen Verwertung der Verbrennung und die Maximierung der Verwertung der Verbrennungsrückstände, laut SOFIES-Bericht, werden zwei weitere wichtige Herausforderungen eine Rolle bei der Ökoeffizienz der Wertschöpfungskette für brennbare Abfälle spielen.

Die erste ist, wie oben erwähnt, die Wichtigkeit der Sortierung an der Quelle. Jeder Verbraucher und jedes Unternehmen muss Verantwortung übernehmen und seinen Sperrmüll zerlegen, um verbrennbare von wiederverwertbaren Abfällen zu trennen. Ohne eine Sortierung an der Quelle werden einige wiederverwertbare Abfälle verbrannt.

Schließlich stellt die Optimierung des Transports von verbrennbarem Abfall von seinem Ursprungsort bis zu seinem endgültigen Bestimmungsort eine bedeutende Möglichkeit dar, den transportbedingten CO2-Ausstoß zu reduzieren. Big Sack spielt in diesem ersten Teil der Wertschöpfungskette eine wichtige Rolle. Unsere Kenntnisse der Abfallströme und der verschiedenen Akteure ermöglichen es uns, in jeder Situation die wirtschaftlichste und umweltfreundlichste Lösung anzuwenden. So werden wir je nach Lage der Entsorgung einen direkten Transport zur nächstgelegenen Müllverbrennungsanlage oder alternativ zu einer Zwischensortieranlage in Betracht ziehen, um den weiteren Transport zur Anlage zu optimieren. Darüber hinaus entwickeln wir intelligente IT-Lösungen, die es uns ermöglichen, die Emissionen auf unseren Touren zu automatisieren und zu minimieren.

Für weitere Informationen oder Fragen können Sie uns gerne unter info@bigsack.ch kontaktieren.

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